'Digital und Vermessen'
Der Titel dieser Ausstellung spielt bewusst auf mehreren Ebenen:
"Digital" im Sinne des zählbaren, algorithmischen und technischen sowie "Vermessen" im doppeldeutigen Spannungsfeld zwischen Messen, Kontrolle, Datenerfassung und Vermessenheit, Hybris, Größenwahn bis hin zum Übergriff.
Die Ausstellung führt über Schönheit und Nutzen der Präzision bis zu dem paradoxen Moment, in dem ein Bedürfnis nach Präzision in Anmaßung umschlägt, in dem Zahlen zu Wahrheiten und Daten zu Identitäten werden.
Der Mensch ist heute nicht nur Vermesser, sondern in immer höherem Maß auch Vermessener. Sein Körper und seine Emotionen werden in Datensätzen erfasst, in Zahlen gespeichert und von Algorithmen verwertet. Zu dieser digitalen Überwachung tragen wir auch selbst bei, beispielsweise mit Fitness-Apps, Likes oder Bewegungsdaten. Vermessung wird so zur Lebensform und dringt in immer mehr Lebensbereiche ein.
„Digital und Vermessen“ ist eine Ausstellung über den Menschen im Spiegel der Technik, über Präzision und das nicht Messbare, jenseits aller Daten.
Es wird nicht gefragt, was wir messen, sondern warum - welche Präzision sinnvoll ist und was verloren geht, wenn alles exakt wird.
Die Werke dieser Ausstellung bewegen sich zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und poetischer Entgrenzung, zwischen digitaler Rationalität und körperlicher Erfahrung.
Sie zeigt, dass neben allen Zahlen und Daten auch etwas anderes bleibt: Das Unmessbare, das Gefühl, Erinnerung, Schweigen – das Menschliche. Es ist ein Appell an die Kunst!
Zu den Künstlerinnen und Künstlern:
Die Gesellige Vereinigung bildender Künstler Münchens wurde 1875 gegründet und ist damit eine der ältesten Künstlervereinigungen im Münchner Raum.
Aktuell sind im Verein Künstlerinnen und Künstler aus München sowie der Metropolregion München vertreten. Sie sind zwischen 33 und 92 Jahre alt und kommen aus 14 verschiedenen Nationen. Sie gehören diversen verschiedenen Kulturkreisen, künstlerischen Stilen und Techniken an.
Die Vielfalt des Vereins bringt auch in der aktuellen Ausstellung die verschiedensten Blickwinkel auf das Thema.
Es stellen aus:
Ibtihal Alkhalidi, Ricarda Blank, Rebeca Cabrerizo Keil, Werner Deimel, Ewelina Dominik, Ella Ebersberger, Heidi Eppinger, Juliette Fichtl, Marta Fischer, Renate Günthner, Marwayit Hapiz, Gudrun Hauenstein-Neset, Rolf Heider, Petra Hinterschnaiter, Roswitha Hofmeister-Sibold, Luba Holland, Brigitte Hoppstock, Maja Jiranek, Anna Jod, Peter Koppen, Sigrid Krug, Simone Lagrave, Dagmar Laimgruber, Roth Moch, Erika Nieberle, Joachim Oberländer, Lothar Rafalski, Andreas M. Sames, Sabine Schliwa, Atsuko Schmalfuß, Enila - Aline Schmid, Tanja Schwab, Manfred Schwedler, Luna Scotch, Dr. Elisabeth Sorger, Margo Stefanowicz, Marianne Trosch, Johann Wagner, Anna Wesely, Reinhold Wieczorek, Wolfram Wildner, Jie Xia